Die hohe Zahl an Schülerinnen und Schülern, die bei der Anmeldung an der Hannah-Arendt-Gesamtschule in diesem Jahr keinen Platz erhalten haben, zeigt deutlich: Die Nachfrage nach integrierten und verlässlichen ganztägigen Schulangeboten in Soest übersteigt das bestehende Angebot.
Für die GRÜNE Ratsfraktion ist das kein Zufall, sondern das Ergebnis einer seit Jahren bekannten Entwicklung. Gesamtschulen und Sekundarschulen mit verbindlichem Ganztag entsprechen dem Bedarf vieler Familien – pädagogisch wie organisatorisch. Wenn zahlreiche Kinder trotz klarer Präferenz abgelehnt werden müssen, ist das ein strukturelles Problem und kein Einzelfall.
„Die aktuellen Ablehnungen an der Hannah-Arendt-Gesamtschule sind ein klares Signal an die Schulpolitik vor Ort. Wir müssen unsere weiterführende Schullandschaft strategisch weiterentwickeln und den Ausbau ganztagsgebundener Angebote ernsthaft prüfen“, erklärt Tim Neumann, schulpolitischer Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion.
Mit Blick auf die landesweite Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Ganztagsplatz in der Grundschule ab dem kommenden Schuljahr wird sich die Situation weiter zuspitzen. Kinder, die in der Grundschule verbindliche Ganztagsstrukturen erleben, brauchen auch in der Sekundarstufe I passende Anschlussangebote. Ohne entsprechende Kapazitäten entsteht ein Bruch im Bildungssystem – zulasten der Familien und der pädagogischen Kontinuität.
Die GRÜNEN fordern daher eine umfassende Schulentwicklungsplanung, die:
- den tatsächlichen Bedarf an ganztägigen Schulangeboten transparent ermittelt,
- die Einführung weiterer ganztagsgebundener weiterführender Schulangebote prüft,
- räumliche und personelle Kapazitäten frühzeitig plant,
- und die Entwicklungen im Primarbereich konsequent mitdenkt.
„Wir dürfen nicht abwarten, bis Jahr für Jahr Kinder abgewiesen werden. Bildungspolitik braucht Weitblick. Wenn wir in der Grundschule verpflichtende Ganztagsplätze schaffen, müssen wir auch im weiterführenden Bereich die passenden Strukturen vorhalten“, so Neumann weiter.
Für die GRÜNE Ratsfraktion ist klar: Bildung ist eine kommunale Zukunftsaufgabe. Soest braucht eine Schulentwicklung, die die Nachfrage von Eltern ernst nimmt, soziale Durchlässigkeit stärkt und verlässliche Ganztagsstrukturen von der Grundschule bis zur Sekundarstufe ermöglicht.
Die aktuelle Situation sollte als Anlass genutzt werden, gemeinsam mit Verwaltung, Schulen und Politik tragfähige Lösungen für die kommenden Jahre zu entwickeln.