Natur im Alten Freibad ungeschützt vor Profitinteressen

Erst am Mittwoch letzter Woche berichtete der Soester Anzeiger über die Bauarbeiten auf dem Gelände des alten Freibades. Anwohner sorgten sich um den Erhalt der Bäume. Sie wiesen darauf hin, dass sie eine klare Kennzeichnung und einen Schutz der Bäume vermissten, die laut Bebauungsplan zu erhalten sind. Alfons Tubes von der Stadt Soest stellte in der vergangenen Woche klar, dass die Mitarbeiter genau wüssten, welche Bäume zu fällen seien und welche nicht.

Dass das offensichtlich nicht der Fall ist, mussten die Anwohner eine Woche später feststellen: Zwei im Bebaungsplan festgeschriebene Bäume sind am Dienstag, 13.9.2011, auf Anweisung der kommunalen Betriebe Soest gefällt worden. *

Bündnis 90/Die Grünen protestieren gegen diese Maßnahme auf das Schärfste. Sie stellt eine Missachtung geltenden Rechts und des durch den Rat bekundeten politischen Willens dar. Bündnis 90/Die Grünen verlangen,

 

  • dass alle im Bebauungsplan festgeschriebenen Bäume im Plangebiet umgehend durch geeignete Maßnahmen vor Beschädigung geschützt werden.
  • andere Gehölze, die nicht durch den Bebauungsplan geschützt sind, aber noch nicht gefällt sind, sind als Ausgleich zu erhalten
  • es ist ein gleichwertiger Ersatz am selben Ort zu schaffen.
  • dass der Urheber des Schadens zur Rechenschaft gezogen wird.
  • sie werden sich in den politischen Gremien für die rückhaltlose Aufklärung dieser Fehlleistung der kommunlen Betriebe der Stadt Soest einsetzen und Konsequenzen fordern, um derartige Vorkommnisse in der Zukunft zu verhindern.

Während der Aufstellung des Bebauungsplanes hatten sich Bündis 90/Die Grünen mit Nachdruck dafür eingesetzt, das Plangebiet, das teilweise im Überschwemmungsbiet des Soestbaches liegt, nur sehr zurückhaltend zu bebauen. So war es gelungen, die Errichtung eines Gebäudes auf Höhe der Grundstücke Feldmühlenweg 49/51 zu verhindern. Sie setzten sich mit Nachdruck für den Erhalt der Grünfläche an der Grenze zu den Grundstücken an der Klocksborg sowie für den Erhalt des alten Baumbestandes ein.

In einer Bürgerversammlung am 13. Juli 2010 war den Anwohnern durch Herrn Tubes und Herrn Ogaza versichert worden: „Mit diesem Konzept soll dieser Baumbestand weitgehend verschont werden.“ Diese Aussage ist von den Verantwortlichen offensichtlich sehr weit ausgelegt worden. Nun sind es nicht 30, sondern 32 Bäume, die der Säge allein auf dem Gelände des alten Freibades zum Opfer gefallen sind.

Auszug aus dem Protokoll der Bürgerversammlung am 13. Juli 2010:

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