Grüner Antrag zur Begrenzung der Spielsucht in Soest

Unglaubliche  211 Spielautomaten stehen aktuell in 9 Spielhallen, während sich 35 Spielautomaten auf die Soester Gaststätten verteilen.  Mit dieser Thematik beschäftigte sich der Haupt- und Finanzausschuss in seiner letzten Sitzung. Die von den Grünen beantragte Erhöhung der Steuersätze und ein Antrag der Grünen im Sozialausschuss sind Mittel der Wahl, um mit dem Mehrerlös in der Vergnügungssteuer die Spielsuchtberatung in Soest präventiv zu stärken. Da freut es die Fraktionsvorsitzende Anne Richter besonders, wenn die CDU im Ausschuss argumentativ auf diese Linie einschwenkt.  Denn gerade diese Lenkungswirkung steht für die Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Vordergrund,

Weitergehende Veränderungen stehen in diesem Jahr aber auch in Soest an. Die fünfjährige Übergangsfrist im Glücksspielstaatsvertrag läuft aus und in Soest müssen nun die vorgeschriebenen Abstände von Spielhallen zu Schulen und Kindergärten eingehalten werden. Das könnte das Aus für die Spielhallen im Grandweg bedeuten. Mehrere Spielhallen-Lizenzen in einer Spielhalle umzusetzen ist künftig auch nicht mehr möglich. Das betrifft in Soest sicherlich „Löwenplay“, eine Spielhalle an der Autobahnauffahrt Ost in Soest.
Automaten sind für viele die Einstiegs- und auch meist die Enddroge, sie sind die gefährlichste Variante des Glücksspiels. Die Hemmschwelle ist niedrig: Schon mit 20 Cent ist man an einem der 236.000 Geldspielautomaten in Deutschland dabei. Etwa jeder zwölfte Automatenspieler wird zum Problemoder Suchtspieler. Beim Lotto ist es nur jeder 300. Spieler. Süchtige unterliegen der Illusion, die Sucht
kontrollieren zu können. Gewinnen sie, machen sie weiter, weil sie an eine Glückssträhne glauben und ihre Hormone sie pushen. Verlieren sie, machen sie auch weiter – um den Verlust wieder hereinzuholen.
Vor allem Jugendliche sind gefährdet. Eine Untersuchung in Rheinland-Pfalz ergab, dass zwei Drittel aller minderjährigen Spielsüchtigen Geldautomatenspieler sind und in Gaststätten oder Spielhallen ihr Geld einsetzen – ein klares Versagen des Jugendschutzes. Noch viel weniger Kontrolle und Jugendschutz besteht bei Online-Glücksspielen. Theo Baumgärtner, Leiter des Büros für Suchtprävention in
Hamburg, führte 2009 eine Befragung unter Hamburger Schülern durch. Das erschütternde Ergebnis: Jeder zehnte 14- bis 18-Jährige gibt regelmäßig Geld für Glücksspiele aus.
Ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen Online-Poker und -Sportwetten. Das Bundesverfassungsgericht urteilte 2008, das staatliche Glücksspielmonopol sei nur haltbar, wenn zugleich eine staatliche Suchtprävention stattfinde.

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