Grüne: Grundschulen in Soest künftig mit dem Bekenntnis zur Vielfalt

In der Sitzung des Ausschusses für Schule und Weiterbildung am 18.Juni 2015 wird der Antrag der Grünen Fraktion beraten, die Bekenntnisgrundschulen der Stadt Soest in Gemeinschaftsgrundschulen umzuwandeln.

Neben der Patrokli-Grundschule, die die einzige Grundschule in der Altstadt ist, gibt es auch die Bruno-Grundschule an der Niederbergheimerstraße.  Beide Schulen sind katholische Bekenntnisgrundschulen. „Eltern sollten in allen Grundschulen die Möglichkeit haben, ihre Kinder – unabhängig von der Konfession – anzumelden. Hier gilt das Prinzip „Kurze Beine – kurze Wege. Es ist nicht mehr zeitgemäß, dass Eltern in der Wahl der Grundschule eingeschränkt werden“, so Jutta Maybaum,  Mitglied der Grünen im Schulausschuss. Seit der 11. Schulrechtsänderung im Februar 2015  ist es möglich, dass auch der Schulträger im Rahmen der Schulentwicklungsplanung eine Umwandlung der Bekenntnisschulen in  Gemeinschaftsgrundschulen angehen kann. „In allen Grundschulen sollten Kinder die Möglichkeit haben, einen Religionsunterricht gemäß ihrer Konfession zu erhalten – ob katholisch, evangelisch oder islamisch. Es ist nicht richtig, wenn Eltern die entfernt liegende Grundschule wählen müssen, weil nur dort ein Religionsunterricht ihrer Konfession angeboten wird oder sie keine katholische Erziehung ihrer Kinder wünschen“ meinen die Grünen. Die Eltern, deren Kinder die Bekenntnisgrundschule besuchen, werden in dem Verfahren – wie es das Gesetz vorgibt – befragt. Die Grünen möchten aber  eine breitere Bürgerbeteiligung und auch Eltern an der Befragung beteiligen, deren Kinder die KITAs besuchen und zukünftig eingeschult werden. Wenn es entsprechende Mehrheiten gibt, so wird es demnächst auch in der Soester Altstadt eine Gemeinschaftsgrundschule geben. Kindergartenfreundschaften müssen dann nicht mehr getrennt werden, weil das eine Kind in  die Bekenntnisgrundschule geht, das andere aber in eine andere Grundschule. Die Kinder aus den Kindergartengruppen der Altstadt können dann auch zusammen zur Schule gehen. Dass Bekenntnisgrundschulen Vielfalt bei der Schulwahl darstellen, wie einige Befürworter meinen, ist dies wohl etwas einseitig gesehen, denn wenn dieses Argument schlüssig wäre, so brauchen wir dann auch evangelische, islamische, orthodoxe Bekenntnisgrundschulen – das wäre die gewünschte Vielfalt. Und ist da nicht eine Gemeinschaftsgrundschule, die dies alles anbieten könnte, dann die Richtige?

 

Bericht Soester Anzeiger – Bekenntnisgrundschulen abschaffen

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