ARCHIV - Im Windpark Küstrow bei Barth drehen sich vor einem Gewitterhimmel die Rotoren, Archivfoto vom 08.07.2008. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat seit 1995 seine Stromproduktion verdreifacht. Laut Statistikamt speisten Energieerzeuger im Nordosten im Jahr 2007 gut 7700 Gigawattstunden in die Netze ein. Dabei hat die Windkraft mit einem Anteil von 33 Prozent inzwischen fast die gleiche Bedeutung wie die Steinkohle (37), aus der 1995 noch 69 Prozent des Stroms gewonnen wurden. Der Bau immer leistungsfähigerer Windturbinen führt allerdings dazu, dass die Leitungsnetze an Kapazitätsgrenzen stoßen. Das mecklenburgische Energieunternehmen WEMAG kündigte für die kommenden Jahre Millionen-Investitionen für Erneuerung und Ausbau des Stromnetzes an. Foto: Bernd Wüstneck dpa/lmv (zu lmv 4245 vom 24.02.2009) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Wie geht es weiter mit den Windkraftkonzentrationsflächen in Soest?

Selbstverständlich ist der Ausbau der Windenergie als regenerative Energie  für Grüne unverzichtbar, wenn die Energiewende gelingen soll, sagt die Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN  Anne Richter.  Am liebsten würden die Grünen einen so hohen Prozentanteil an regenerativer Energie am in Soest benötigten Strom erzeugen wie die CO2-Reduktionssziele der Landesregierung vorsehen.

Aus ökologischer Sicht wäre es nach Meinung der Grünen folglich am Besten, wenn die Stadt Soest keine Windkonzentrationsflächen ausweisen würde.  Denn mit der zu erwartenden hohe Rendite von Windkraftanlagen würden  mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Windkraftanlagen auf Soester Stadtgebiet beantragt werden, als wenn die Stadt über die Ausweisung von Konzentrationsflächen im Flächennutzungsplan regulierend eingreift.

Aber Ökologie ist nur ein Aspekt, der die Grünen bei der Entscheidungsfindung pro oder contra Änderung des Flächennutzungsplans umtreibt. Neben dem ökologischen Aspekt zählt auch das Schutzgut Mensch. Dies soll  durch einen  ausreichender Abstand sowie den Schutz vor Wildwuchs von Windkraftanlagen gewährleistet werden.

In einer gemeinsamen Sitzung von Fraktion und Ortsverband haben sich die die Grünen mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Abstände für die z.Z. vorgesehenen Potentialflächen auf 700m  zu erweitern. Das bedeutet, dass die Windkraftanlage selbst fast  800m von der nächsten Bebauung entfernt ist, da die Rotorfläche laut Vorgaben des Kreises innerhalb der Konzentrationsfläche sein muss.

„Außerdem soll die Potentialfläche 8, die die Stadtverwaltung für die Entwicklung von Gewerbefläche reserviert hat,  in die Betrachtung einbezogen werde; auch Windkraftanlagen sind Gewerbe, insofern besteht hier kein Widerspruch“ ,  so Werner Liedmann als Mitglied des Stadtentwicklungsausschusses.  Als  weiterer  Aspekt muss darüber hinaus der Artenschutz genügend berücksichtigt werden.  Der Abstand zu den ausgewiesenen Vogelschutzgebieten von 300m muss eingehalten werden.

Mit diesen Vorgaben ergeben sich auf dieser veränderten Grundlage auf den verbleibenden Potentialflächen insgesamt 2 – 7  mögliche Anlagen, die  gebaut werden könnten.  „Wenn diese Anlagen dann auch noch  von der stadteigenen Tochter als Bürgerwindanlagen betrieben werden, wäre all das erreicht, was sich die Grünen für  Soest als Kompromiss Ökologie/ Natur- und Menschenschutz vorstellen“, sagt Dr. Judith Tornau-Opitz,  Mitglied des Umweltausschusses. Wie viele Windkraftanlagen tatsächlich bei Abständen von 700 m  zu den Flächen  realisiert werden könnten, müsste die Verwaltung prüfen.

Pressemitteilung – Dringlichkeitssitzung zu Windkraftkonzentrationsflächen

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