Erstaunlich …

… wie die Privatperson Thomas Howe eine öffentliche Position zu einer Veranstaltung bezieht, die sich auf verschiedenen Wegen einem in den letzten Jahren überaus emotional besetzten Thema nähern will: den Saatkrähen in Soest.

Das Saatkrähen-Thema ist komplex, und eine einfache Lösung des Problems liegt nicht auf der Hand. Umso erstaunlicher, mit welcher Klarheit Herr Howe sich zum Vertreter der Saatkrähenopfer erklärt und Menschen, die dem Thema mit ihren Möglichkeiten begegnen, kurzerhand die Kompetenz abspricht.

Wer ist dieser Thomas Howe? Sicherlich ein erfolgreicher Kunstkritiker und ein kompetenter, sachverständiger Biologe, denn wer wäre sonst in der Lage, Hobbykünstlern und einzelnen Saatkrähenfetischisten den “rechten“ Weg zu weisen.

Wir wissen von Herrn Howe aber, dass er auch Mitglied im Soester Rat ist. Für seine bürgerliche Partei steht er dem Arbeitskreis „Soziales, Integration und Bürgerschaftliches Engagement“ vor. Und wieder sind wir erstaunt! Bürgerschaftliches Engagement?

Sind es nicht auch die Umweltverbände mit ihren Fachkräften und freiwilligen Helfern, die für bürgerschaftliches Engagement stehen? Und spricht etwas dagegen, dass Menschen ihr Verhältnis zum Tier durch darstellende Kunst und fachliche Begleitung ausdrücken? Als gewählter Vertreter einer konservativen Partei verlässt Herr Howe deutlich die Mitte der Gesellschaft, heizt die Diskussion um ein Thema unnötig und einseitig an und bietet in keinster Weise Handlungsalternativen an.

Frau Lüftner ist keine Hobbykünstlerin. ABU und BUND sind keine Saatkrähenfetischisten. Diese Art der Abwertung von Menschen, die sich für eine Sache engagieren, ist nicht nur schlechter Stil. Bei einer solchen Form der Diffamierung und Abwertung von Menschen durch Politiker müssen wir uns nicht über das negative Bild von Politikern und das Zurückgehen bürgerschaftlichen Engagements wundern.

Wir wünschen uns konstruktive Auseinandersetzungen und Kontrapositionen. Wir wünschen uns Ideen zu Themen, die Menschen stark beschäftigen. Wir wünschen uns einladende Gesten und eine Auseinandersetzung in der Breite der Fragestellungen. Was wir uns nicht wünschen, sind Diffamierung und Populismus als politische Stilmittel.

Daher distanzieren wir uns auch von dem Satz: „Wer Kameras in der Innenstadt aufhängen will, schießt auch auf Krähen.“

 

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